Das Grüne Gewölbe: Sachsens prächtige Schatzkammer

Es gehört zu Dresden wie die Frauenkirche und die Semperoper und kein Besucher der Stadt wird auf einen Besuch dort verzichten wollen: Das Grüne Gewölbe.
 
Grünes Gewölbe – schon der Name hat etwas Magisches. Dahinter verbirgt sich eine der ältesten und prunkvollsten Schausammlungen für Pretiosen und Kunstobjekte weltweit. Im Westflügel des Dresdner Residenzschlosses, einst Amtssitz der sächsischen Kurfürsten, erwarten insgesamt über 4000 Meisterwerke der Juweliers- und Goldschmiedekunst von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert ihre staunenden Besucher aus allen Ländern. Etwa ein Viertel der Exponate wird im ersten Stock des Dresdner Schlosses, im sogenannten „Neuen Grünen Gewölbe“ in modern gestalteten Ausstellungsräumen präsentiert. Als „Historisches Grünes Gewölbe“ ist der überwiegende Teil der kostbaren Sammlung seit 2006 nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten wieder an ihrem ursprünglichen Ort im Erdgeschoss des Residenzschlosses zu besichtigen.    

Eines der ältesten Museen Europas

Die Anfänge der heutigen Ausstellung, welche das Herzstück der Staatlichen Kunststammlungen Dresden bildet, reichen zurück bis in die Zeit der späten Renaissance, als die sächsischen Kurfürsten ihre Kunstschätze in eigens eingerichteten  Räumen des Dresdner Residenzschlosses vor Raub und Feuer geschützt  in „geheimer Verwahrung“ hielten. Die geheimnisvoll klingende Bezeichnung „Grünes Gewölbe“ leitet sich dabei von den seinerzeit mit malachitgrünen Säulen gestalteten Räumlichkeiten ab. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts erhielt die fürstliche Schatzkammer so ihren heutigen Namen.

Der legendäre Kurfürst August der Starke ließ die Sammlung im 18. Jahrhundert massiv ausbauen und – für die damalige Zeit eine unerhörte Neuerung – für eine ausgesuchte Öffentlichkeit zugänglich machen. In seinem Auftrag entstanden für die stetig wachsende Zahl an kostbaren Kunstgegenständen im Schloss zwischen 1723 und 1729 insgesamt acht prunkvoll gestaltete Räume im Barockstil. Deren ganz auf Repräsentation ausgerichtete Architektur mit raffinierten Spiegelelementen zur optimalen Inszenierung der Ausstellungsstücke trug maßgeblich dazu bei, das „Grüne Gewölbe“ weltberühmt zu machen.

Die Kunstschätze der Kurfürsten erleben

Seit der Regierungszeit August des Starken blieb die kostbare Sammlung im Wesentlichen unverändert. 1831 unter staatliche Verwaltung gestellt, wurden die fürstlichen Schätze im 19. Jahrhundert auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die komplette Sammlung dann, wie auch schon bei früheren Konflikten, aus Sicherheitsgründen ausgelagert und in der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge verwahrt. Das Residenzschloss selbst - und mit ihm das Grüne Gewölbe - wurde 1945 bei den Bombenangriffen auf Dresden zum großen Teil zerstört und konnte zunächst nicht wiederaufgebaut werden. Die dank ihrer Auslagerung nahezu vollständig erhaltenen Kunstschätze gelangten zunächst in die damalige Sowjetunion, wurden aber 1958 an Dresden zurückgegeben und dort auch teilweise wieder ausgestellt. Doch erst durch die Rekonstruktion des Dresdner Residenzschlosses, die bereits zu DDR-Zeiten begann, wurde es möglich diese Kostbarkeiten aus einer fernen Vergangenheit wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen.



Den Anfang machte 2004 das Neue Grüne Gewölbe, das mit einem bewusst modernen Ausstellungskonzept mehr Augenmerk auf die Besonderheiten einzelner Meisterwerke zu legen versucht, als auf die überwältigende Wirkung der Gesamtsammlung. Große Vitrinen und raffinierte Beleuchtungseffekte setzen die oft verblüffende handwerkliche Finesse der Exponate geschickt in Szene. Für das 2006 wiedereröffnete Historische Grüne Gewölbe wurde hingegen in einem fast fünfzehnjährigen Rekonstruktionsprozess der barocke Prunk August des Starken bis ins Detail wieder zum Leben erweckt. Die Schauobjekte sind, wie im 18. Jahrhundert üblich, nicht hinter Glas, sondern frei zugänglich ausgestellt. Aus diesem Grunde sind die Räume im Historischen Grünen Gewölbe mit einer speziellen Klimaanlage ausgestattet. Um den Erhalt der wertvollen Objekte zu gewährleisten, dürfen, ähnlich wie in den Grabanlagen der Pharaonen in Ägypten, stets nur wenige Besucher zur selben Zeit die Museumsräume betreten. Aus diesem Grunde werden Tickets nur mit vorbestimmten Einlasszeiten ausgegeben. Das Historische Grüne Gewölbe ist deshalb nicht selten schon früh an einem Öffnungstag ausgebucht.

 

Besucher, die ihren Aufenthalt in Dresden mit einem unserer umfangreichen Arrangements erleben wollen, brauchen sich an dieser Stelle aber keine Sorgen ums Schlange stehen zu machen. Denn neben dem Eintritt zum Neuen Grünen Gewölbe und der ebenfalls im Residenzschloss befindlichen „Türckischen Cammer“ ist auch ein Ticket für das Historische Grüne Gewölbe fester Bestandteil unserer Reiseprogramme. Anreisende Gäste erhalten dann ihre Eintrittskarten in die funkelnde Pracht des Barock bereits bei ihrer Ankunft im Hotel.

Bernstein-Kabinett, Elfenbeinzimmer, vergoldete Zimmer

Der Rundgang durch das Historische Grüne Gewölbe folgt im Wesentlichen derselben Raumaufteilung, die schon August der Starke ursprünglich vorgesehen hatte. Die Sammlung wird nicht etwa chronologisch oder nach Herkunft geordnet dargestellt. Stattdessen wird jeder speziellen Handwerkskunst und ihrem Material ein eigener Saal zugewiesen. So gibt es u.a. das Bernsteinkabinett, das Elfenbeinzimmer, das Weißsilber- und das vergoldete Zimmer, einen Pretiosensaal mit zahlreichen der im 18. Jahrhundert sehr beliebten Miniaturschnitzereien und ein über und über funkelndes Juwelenzimmer, dessen verspiegelte Wände die zur Schau gestellten Kostbarkeiten ins Unendliche zu vermehren scheinen. Das Historische Grüne Gewölbe ist, ganz im Sinne seines Erbauers, ein Gesamtkunstwerk, das den Prunk der europäischen Fürsten im Barock, aber auch ihr Selbstverständnis als Herrscher und ihren Sinn für das Schöne eindrucksvoll verdeutlicht.
 
Wer mehr Aufmerksamkeit einzelnen Objekten widmen möchte oder sich für die Künstler interessiert, welche diese einst erschufen, sollte auch ausreichend Zeit für das Neue Grüne Gewölbe einplanen. Unter den Exponaten, die es dort zu bestaunen gibt, befinden sich solch einmalige Stücke wie der einzige jemals gefundene von Natur aus grüne Diamant oder ein - laut zeitgenössischer Beschreibung – „mit 185 Angesichtern“ kunstvoll beschnitzter Kirschkern aus dem 16. Jahrhundert. Von Johann Melchior Dinglinger, dem offiziellen Hofgoldschmied August des Starken, stammen einige der wertvollsten Stücke der Sammlung: wie das weltberühmte „Goldene Kaffeezeug“ - ein 45teiliges Service aus purem Gold – oder ein juwelengeschmückter Tischaufsatz, welcher die Pracht am Hofe eines indischen Großmoguls darstellt. Da weder Dinglinger noch einer seiner Mitarbeiter oder der Kurfürst selbst je in Indien gewesen waren, ist diese kunstvolle Miniatur ein reines Fantasieprodukt – ein weiteres Beispiel für die farbenprächtige Gedankenwelt des Barock, die solche Kostbarkeiten hervorgebracht hat.

Dresden Arrangements mit Tickets für das Grüne Gewölbe

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Text: Deliah Rill